Garten­­pavillon (Schwanen­­tempel)

Entwurf:1914Fertig­stellung:1914

Künstler:Albin Müller (1871 – 1941)

Am südlichen Hang der Mathildenhöhe zwischen „Ernst Ludwig-Haus“ und „Russischer Kapelle“ führt der Christiansen­weg als Treppe hinauf zum 1914 errichteten Garten­­pavillon. Albin Müller plante ihn als Teil der für die Künstler­­kolonie-Aus­stellung 1914 gestalteten Außen­anlagen.

Ein von acht Doppel­säulen getragenes flaches Kegeldach über einer bemalten Kuppel und ein gemusterter Mosaikboden bilden diesen nach allen Seiten offenen Garten­tempel. Die schwarz­braunen, keram­ischen Platten mit Schmuck­motiven stehen in reizvollem Kontrast zu dem hellen, rings umlaufenden Architrav. Acht weiß­glasierte, keramische Reliefs mit Schwanen­motiv überspannen die Kapitell­zone samt Architrav, weshalb der Garten­­pavillon auch „Schwanen­­tempel“ genannt wird. Eigentlich als kleine Wasser­speier konzipiert, sollten über die Schnäbel das Regenwasser vom Dach abgeleitet werden. Diese Funktion wird heute von separaten, weiter hervor stehenden Röhren erfüllt. Das Tempeldach, ehemals mit kleinen keram­ischen Schindeln gedeckt, wurde 1987 aus konser­vator­ischen Gründen durch ein einfaches Kupferdach ersetzt.

Klass­izis­tische Zitate werden mit Motiven des Jugendstils verknüpft, was insbesondere in der Decken­malerei aus stilisier­ten Pflanzen­motiven zum Ausdruck kommt.